Freitag, 30. Dezember 2011

Tag 25: Lernbereit

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Wassertropfen auf einer Distel am Wegesrand
Eine der Hauptaufgaben für mich während des Noviziates ist es lernbereit zu sein. Das Ziel dabei muss sein eine Lebenshaltung einzuüben, die das ganze Leben prägt. Immer bereit zu sein aus dem, was geschieht eine Lehre zu ziehen. Offen zu sein für Anregungen von außen. Achtsam und kritisch in der Selbstwahrnehmung. 
Ich habe heute, zum wiederholten Male, etwas vergessen, was eine Mitschwester sehr verärgert hat. Statt mich einfach nur über ihren Rüffel zu ärgern, habe ich mich gefragt, warum ich das jedes Mal vergesse und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die Erfahrung, etwas total zu vergessen, machen musste, um mich besser in andere hinein versetzen zu können. Häufig spüre ich, wie Unwillen und Unverständnis in mir aufsteigen, wenn andere etwas vergessen. Heute wurde ich gedemütigt, damit ich in Zukunft mit mehr Geduld und Verständnis reagieren kann, weil ich jetzt weiß, wie es ist, wenn einem das passiert.
Es passiert viel zu leicht, dass man selbstgerecht ist und meint man wäre besser als die anderen. Immer wieder muss ich mich hinterfragen und genau hinschauen, ob mein Verhalten, meine Reaktionen gut sind, oder ob ich nicht genau das, was mich bei anderen stört, selber tue.
Ich muss immer lernbereit bleiben und darf nie in meinem Denken und Handeln erstarren.

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