Mittwoch, 30. Mai 2012

zur Information

Diese Woche wird es erstmal keinen neuen Post geben, da wegen Bauarbeiten die Telefon- und Internetleitung im Kloster tot ist. Aber Montag müsste es wieder weitergehen.

Ich sitze gerade an der Uni und habe den wohl schlimmsten Vortrag meines Lebens hinter mir. Selbst vor meinen Diplomprüfungen ging es mir nicht so schlimm wie heute vor diesem Vortrag...
Jetzt habe ich wirklich erfahren, was es bedeutet etwas einfach nicht zu verstehen. Und dann auch noch darüber reden zu müssen....
Jetzt werde ich mich erstmal erholen!

Montag, 28. Mai 2012

Tag 139: Die Waage muss kaputt sein...

Ja, auch im Kloster hat man ganz gewöhnliche Probleme uns Sorgen.
Seit einigen Wochen mache ich nun ganz konsequent Sport. Jede Woche laufe ich 15 km und mache Krafttraining. Beim Blick in den Spiegel konnte ich praktisch zusehen, wie das Fett geschmolzen ist. Mein Zingulum wurde immer weiter und langsam bekomme ich Angst es zu verlieren. Die ganze Zeit war ich nicht auf der Waage, um mich nicht wegen jedem Gramm verrückt zu machen. Aber heute war meine Neugier einfach zu groß. Ich wollte wissen, wieviel ich denn nun abgenommen habe - 2 kg, 5 kg oder noch mehr?
Von wegen! Fast nichts! Die muss wohl spinnen die Waage ...

Was ein Glück, dass ich mich trotzdem leichter und fitter und einfach besser fühle - das zählt vielmehr als irgendwelche Zahlen.

Freitag, 25. Mai 2012

Tag 138: Absage

SEINE Zusage gilt immer: ICH bin für dich da.
Noch ist es nicht ganz klar, aber alles deutet darauf hin, dass unsere schon erwartete Kandidatin in spe doch nicht kommt. Da sie in meinem Alter ist und wir uns sehr gut verstanden haben, ist das schwer für mich. Ich hatte mich schon sehr auf sie gefreut und viele Hoffnungen und Erwartungen an ihren Eintritt geknüpft, die jetzt erstmal zerschlagen sind. Aber das macht mir wieder neue bewusst, dass ich nicht wegen irgendeines Menschen hier bin.
Egal wieviele Frauen nicht kommen und egal wieviele Schwestern, die da sind weggehen oder sterben, solange Gott mich hier haben will, bin ich hier an genau dem richtigen Platz.
Mein Glück - meine letzte Erfüllung hängt von niemandem als allein von IHM ab. Wegen IHM und für IHN bin ich hierher gekommen. Deshalb bleibe ich auch hier und gehe nicht fort.
Und wenn die nächsten zehn Jahre (oder zwanzig!) überhaupt niemand eintreten würde (was ich nicht glaube, was aber möglich ist...) - ich bliebe trotzdem.
Meine Hingabe an Gott, meine Liebe zu IHM hängt nicht vom "Klosternachwuchs" ab.
Auch wenn eine "florierende", junge Gemeinschaft dieses Leben vielleicht einfacher machen würde. Ich weiß: Gott lässt mich nicht fallen und verlässt mich nicht. Also brauche ich auch keine Angst um die Zukunft zu haben.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Tag 137: aufge(sc)hoben

Ich bin wirklich furchtbar schlecht darin Dinge einfach gleich zu erledigen. 
Das können Aufträge sein, die ich von der Äbtissin bekam, die, wenn ich sie für nicht besonders dringend halte, unter Umständen wochenlang unerledigt liegen beliben.
Das können die Dinge, die in meiner Zelle herumliegen sein, von denen ich mir ständig sage, dass ich sie später aufräume.
Das kann die Zeit für Betrachtung sein, die ich mir fest am Morgen eingeplant hatte und von der ich dann doch immer wieder sage, dass ich sie später mache, und wo es dann plötzlich zu spät ist, weil der Tag schon wieder rum ist...

Naja, wie heißt es so schön?
Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.
Jetzt, da ich also mein Problem erkannt habe, sollte ich konsequent daran arbeiten.

Ich möchte gerne lernen das Jetzt  wirklich zu nutzen - im Jetzt zu leben!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Tag 136: Das Leben ist schön!

von Reif bedeckte Klosterdächer in der Morgensonne
Das Leben ist schön!
Und könnte schöner kaum sein! Die Sonne lacht in meinem Herzen und jeder Tag ist angefüllt mit wunderschönen Augenblicken. Egal ob versunken im Gebet - in der Zwiesprache mit Gott - oder ob beim Sortieren und Ordnen der Bücher oder beim gemeinsamen Mahl im Refektor oder im Austausch mit einer Schwester - jeder Moment für sich ist unwiederbringbar und kostbar. 
Und immer ist Gott dabei. ER lässt mich nie im Stich und gibt diesem Leben Sinn und Schönheit.

Weil Er für mich da ist, bin ich für IHN hier. Und es ist schön hier - unglaublich schön. Der Tagesablauf, das Haus, der Garten, das Gebet...
Und am Ende jeden Tages freue ich mich auf den Nächsten.

Dienstag, 22. Mai 2012

Tag 135: Keuschheit

Maria - unser Vorbild echter Keuschheit
Jetzt beschäftigt sie mich schon den ganzen Tag von früh bis spät - die Keuschheit. Ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment mit dem Wort und den Vorstellungen, die ich damit verbinde nicht allzuviel anfangen kann. 
Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass das daher kommt, dass der Begriff lange Zeit zu Unrecht auf Äußerlichkeiten und das rein Körperliche eingeschränkt und damit missverstanden wurde. 
Das eigentliche Anliegen dieses Aspekts des kösterlichen Lebens ist doch, so schent mir, die radikale und umfassende Ausrichtung auf Christus

Der Verzicht auf einen Lebens- und Sexualpartner - auf den hin wir ja von der Schöpfung her angelegt sind - macht uns immer wieder bewusst, dass wir die letzte Erfüllung erst in Gott finden. 
Aber auch der Verzicht auf ständige Ablenkung zum Beispiel durch Filme und Bücher, gehört meiner Ansicht nach zur Keuschheit, denn auch dadurch können wir unbefangener und freier bei Christus verweilen - mit all unseren Sinnen.

Montag, 21. Mai 2012

Tag 134: wozu?

meine Berufung ist ein ständiges Suchen und Streben nach Gott
Wenn ich sage, dass ich berufen bin, was meine ich dann damit? 
Wozu bin ich berufen? 
Das 2. Vatikanum lehrt uns, dass alle Menschen berufen sind zur Heiligkeit. 
Aber was heißt das konkret für mich? 
Und wenn ich glaube, dass Gott mich zum Leben im Kloster beruft, heißt das dann, dass ich jetzt gleich und bevor ich Profess ablege, perfekt sein muss?
Sicher nicht. Das kann es nicht heißen, denn das wäre mir nicht möglich.

Gott kennt mich mit allen meinen Fehlern und Schwächen und wenn er mich trotzdem beruft, so tut er es in dem Wissen, was er sich mit mir "aufhalst". 
Das, was er aber von mir erwartet ist mein Bemühen mich zu bessern - mein Streben nach Heiligkeit - meine Sehnsucht nach IHM.

Samstag, 19. Mai 2012

Meditatio: Gott liebt mich

Heute früh, in der Messe, fiel ein Satz, der mir nachgeht. Der Priester sagt immer ganz zu Beginn des Gottesdienstes ein paar Worte entweder zur Lesung oder zum Evangelium oder zum Tagesgebet.
Das Evangelium war heute aus dem 14. Kapitel des Johannesevangeliums. Darin fordert uns Jesus mehrmals auf in seinem Namen zum Vater zu beten. Darauf folgt der Abschnitt:
"... [ihr] werdet ... erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben..."

Die Quintessenz der kurzen Betrachtung war: 
Wir bitten in Jeus Namen, wenn wir Jesus lieben. Und wenn wir IHN lieben, dann liebt uns der Vater. Mehr noch, dann sind wir in Jeus - nehmen gleichsam SEINEN Platz in der Dreifaltigkeit ein - und werden vom Vater genauso geliebt wie Jesus.
Ist das nicht eine steile Aussage? 

Der Vater liebt mich, so wie ER Jesus liebt.

Ich finde das ist etwas, worüber man ein wenig meditieren kann.

Freitag, 18. Mai 2012

Tag 133: berufen

ich bin auf dem Weg - mit Gott - mit meinen Schwestern - auf dem Weg im Kloster
Es gibt Schwestern, da bin ich einfach unglaublich froh, dass ich sie hab.
Über manches kann man einfach nicht mit jedem sprechen und mit manchen kann man einfach über alles reden.
Ich weiß, dass das Schweigen ind der monastischen Tradition einen sehr hohen Stellenwert hat, aber ohne diese Gespräche würde ich es nicht schaffen.
Heute hatten wir ein heikles Thema und es hat gut getan mal drüber zu reden. Dabei fiel unter anderem der schöne Satz: "Wenn Gott ruft, wer bin ich, dass ich dann 'Nein' sage?"
Wenn ich Beweise brauche, dass Gott mich hierher und zu diesem Leben gerufen hat, dann brauch ich nur meinen Kinderwunsch anschauen, der einfach verschwunden ist, oder zu hören, wie ich alleine vor Publikum singe - wer so etwas möglich macht, der muss mich wirklich hier wollen!

Mittwoch, 16. Mai 2012

Tag 132: fern

Foto von meinem Sibirien-Aufenthalt im Spätsommer 2009
Wenn ich mir Fotos von meiner Familie anschaue, dann komme ich mir unheimlich weit weg vor. Es ist ungewohnt für mich so wenig Kontakt mit zu Hause zu haben. So wenig darüber zu wissen, was dort alles so passiert.
Dabei ist es eigentlich gerade erst eine gute Woche her, dass ich wegen Geburtstags mit daheim telefoniert habe. Aber es ist halt doch etwas anderes einmal im Monat kurz zu sprechen, als täglich über Chat und wöchentlich übers Telefon auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Ich muss zugeben, dass mir das die meiste Zeit des Tages gar nicht auffällt - dafür ist immer zu viel los und zu viel zu tun - aber wenn ich Bilder anschaue wird mir schmerzlich bewusst, wie lange ich sie alle nicht richtig gesehen habe.

Dienstag, 15. Mai 2012

Tag 131: Radio-Interview

mit unserem hauseigenen "Radio" wird das Chorgebet zu den Kranken übertragen
Es ist schon ein bisschen verrückt. Ich bin erst ein paar Monate im Kloster, habe mich zurückgezogen aus der "Welt", und schon habe ich zwei Interviews hinter mir. Zuerst eines mit der Zeitung (der Artikel füllte praktische eine komplette Seite im überregionalen Teil der Tageszeitung aus) und jetzt auch noch eines mit dem Radio. Glücklicherweise war diesmal die Äbtissin dabei. Sie hat einfach mehr Medienerfahrung und spricht ohne die vielen "Ähms", die mir im Angesicht des Mikrofons entflohen sind.
Heute bekam ich auch wieder einen langen Brief und langsam frage ich mich, ob ich in diesem Noviziatsjahr wirklich die Stille und Konfrontation mit mir selbst erleben werde, die ich im vorhinein erwartet habe. Sicher, die Ablenkungen sind weniger, aber manchmal denke ich, es sind immer noch viel zu viele.

Montag, 14. Mai 2012

Tag 130: Latein

ein Ausschnitt aus meinem Lateinheft
Jetzt habe ich erst so richtig angefangen Latein zu lernen. Mit Buch und Lehrerin und Hausaufgaben. Es bereitet mir so viel Freude, dass ich jede freie Minute darauf verwenden könnte. Da ich aber auch noch andere Dinge erledigen muss, habe ich mir eine kurzfristige Zwangspause auferlegt (und meiner Lehrerin fast alle meine Materialien für ein paar Tage gegeben). 
Ich müsste zum Beispiel endlich mal den Text über die Keuschheit, den die Novizenmeisterin mir aufgegeben hat, schreiben. In zwei Wochen muss er aller-allerspätestens fertig sein.
Aber morgen während der Arbeit (Bücher sortieren) werde ich mir noch ein bisschen Latein anhören (die CD habe ich behalten...). Die Sprache ist wirklich nicht schwer und ich schmiede schon Pläne ob und wie ich danach Griechisch lernen könnte.

Freitag, 11. Mai 2012

Tag 129: gesagt - getan

Vielfach habe ich hier im Kloster eine schnellere Umsetzung von Ideen erlebt, als draußen. Das trifft vielleicht nicht auf große Dinge zu, die alle Mitschwestern betreffen, aber in vielfältigen kleineren Angelegenheiten. Kaum spricht man etwas an oder denkt es vielleicht nur und deutet es an, schon ist es erledigt. Bringt man einen Vorschlag, den das Gegenüber gutfindet, so heißt es nicht: "Oh ja, das könnten wir irgendwann mal machen", sondern: "Können wir damit gleich heute anfangen?"
Es wird viel eher Nägel mit Köpfen gemacht.
Diese Spontaneität und Begeisterungsfähigkeit hat mich schon häufig innerhalb der starren Klosterstrukturen überrascht.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Tag 128: (Un-) Verständnis

wie schwer ist für mich oft die Andersartigkeit meiner Mitschwestern!
Wie viel leichter ist es doch zu sagen: "Den oder das versteh' ich nicht!", als sich wirklich um Verständnis zu bemühen. Etwas mit einem Schulterzucken abzutun, statt die Beweg- und Hintergründe zu erkennen versuchen. Mit einem Kopfschütteln zu reagieren statt des anderen Gedanken und Gefühle nachzuvollziehen. Und wie leicht wird aus einem Unverständnis ein Abstempeln und Aufgeben des anderen! Und wie oft tun wir einander so Unrecht!
Und dabei ist es doch eigentlich gerade eine der Eigenarten des Menschen, dass er sich in andere hineinzuversetzen vermag. Dass er mit-fühlen und mit-leiden kann.
Ich wünschte ich hätte ein besseres Gespür und Einfühlungsvermögen für meine Mitmenschen!

Mittwoch, 9. Mai 2012

Tag 127: Festessen

Heute wurde gefeiert. Der Professtag der Äbtissin. Ein rundes Jubiläum. Gestern Abend haben wir schon zur Einstimmung den Komplet-Hymnus mit Cello und Klarinette begleitet. Vor dem Mittagessen gab es dann heute ein Lied mit Violin-Begleitung und nach dem Gratulations-Text noch ein mehrstimmiges Stück.
Natürlich waren Tischdecken aufgelegt und das schöne Geschirr (braucht man so etwas im Kloster eigentlich wirklich?) gedeckt. Zur Feier des Tages wurde nach der Suppe noch das sogenannte Hincmari (ein von einer früheren Schwester komponiertes Segenslied für die Äbtissin) gesungen und selbstverständlich wurde beim Essen gesprochen.
Die Krönung war dann das Essen selbst: Spaghetthi mit Tomatensoße und Parmesan! Ein seltener und um so köstlicherer Genuss!

Dienstag, 8. Mai 2012

Tag 125: priviligiert

eine der Türen, durch die man in die Kirche kommt
Es ist ein Privileg im Kloster zu leben. Schon allein die Tatsache, dass eine Kirche zum Gebäudekomplex gehört ist ein großes Geschenk. Ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit durch die Gänge und Flure gehen und wenn ich durch eine bestimmte Tür gehe, dann stehe ich schon mitten in der Kirche. Am Abend, wenn es schon richtig dunkel ist, dann spürt man sie mehr, als dass man sie sieht - diese Größe und Weite des Raumes.
Viel zu selten nutze ich diese Gelegenheit, aber jedes mal, wenn ich es tue, dann staune ich darüber, dass ich hier wohnen darf. Dass ich hier - im Haus des Herrn - zu Hause bin.

Montag, 7. Mai 2012

Tag 124: Angestellten-Rosenkranz

Lebensgroßes Kreuz in unserer Kapelle
Einmal im Jahr, um Lichtmess herum, kommen unsere Angestellten zur Komplet. Es wird zuerst ein Rosenkranz in der nur von Kerzen beleuchteten Kapelle gebetet.
Heute war dieser Tag und es war schön! Nach der Komplet hat unser Spiritual jedem noch den Blasius-Segen gespendet. Es war schön mal so viele Männerstimmen in unserer Kapelle singen und beten zu hören.
Aber das Ganze hat natürlich länger gedauert als sonst die Komplet und morgen früh beginnen wir wieder mal - wegen Herz-Jesu-Freitag - eine Viertel Stunde eher.
Ich bin echt gespannt, ob ich mich irgendwann wirklich so richtig ans frühe Aufstehen gewöhnt haben werde...

Freitag, 4. Mai 2012

Tag 123: Lichtmess

Prozession im Kreuzgang
War das schön! Eine Vespermesse mit ganz vielen Kerzen in der Abteikirche. Weil heute der Tag des geweihten Lebens ist, waren andere Ordensleute und Priester da. Wir haben mit Kerzen in den Händen und Liedern auf den Lippen eine Prozession durch den Kreuzgang gemacht. Der ist ja so schon so schön, aber erfüllt mit dem Gesang so vieler Menschen war er gleich noch viel schöner.
Anschließend gab es noch leckere belegte Brote und ein kurzes Beisammensein.
Ein rundum gelungener Tag. Der schon gut anging mit einem Ständchen für unsere heutige "Profess-Jubiläums-Braut".

Donnerstag, 3. Mai 2012

Tag 122: Zahnarzt

Heute habe ich die Klausur verlassen, um zum Zahnarzt zu gehen. Noch vor einer Woche war ich sicher ein Loch zu haben, aber glücklicherweise ist dem doch nicht so. Vielleicht hat der Nerv weh getan, weil ich eine Erkältung ausbrüte. Das kommt manchmal vor.
Jedenfalls hat der Zahnarzt meine Zähne mit irgendeinem Gerät abgeschrubbt, sodass sie jetzt noch ganz traumatisiert sind. Ich glaube so etwas lasse ich nicht nochmal machen...Manchmal frage ich mich, wie lange es wohl dauern wird, bis ich ein Gebiss bekomme. Ob das wohl zwangsläufig zum alt werden dazugehört?

Mittwoch, 2. Mai 2012

Tag 121: Individuen in Gemeinschaft

unser Chorgestühl - Ort des gemeinsamen Gebetes der einzelnen Schwestern
Heute ist mir wieder etwas bewusst geworden, als ich mich mit einer Mitschwester unterhielt und eine dritte hinzukam.
Jeder Tag ist für die Schwestern über weite Teile mit Gleichem gefüllt. Und obwohl wir alle in diesem Haus nach der gleichen Ordnung und Regel leben, erlebt doch keine den Tag genauso wie eine andere. Jede steht für sich - macht ihre eigenen Erfahrungen und Begegnungen und nimmt alles auf eigene Weise wahr. Jede hat zu jeder eine einmalige Beziehung und vergleichen ist völlig sinnlos (...und wie oft tun wir es trotzdem...).
Aber obwohl das Haus voller Individuen steckt, ist es doch nicht gefüllt mit Individualisten. Es ist ein Miteinander und Füreinander. Und jede trägt mit ihrer Einzigartigkeit zur Gemeinschaft bei.

Dienstag, 1. Mai 2012

Tag 120: Primizsegen

der Neupriester betet für jede einzelne Schwester
Heute kommt zur Vesper ein Primiziant und spendet im Anschluss an das Chorgebet den Primizsegen.
So stand es am Schwarzen Brett. Ich hatte sofort eine Vermutung, und wie hab ich mich gefreut, als ich sah, dass ich richtig gelegen hatte. Es war ein junger Mann, frisch zum Priester geweiht, den ich zu meinen Studienzeiten kennengelernt habe und der eine meiner Mitschwestern gut kennt.
War das schön jemanden zu sehen, den ich "draußen" kennengelernt habe! Wir haben uns nicht begrüßt oder geredet. Er hat mir - so wie allen Schwestern - die Hände aufgelegt und den Segen gespendet. Aber in dem strahlenden Lächeln, das wir uns dann schenkten kam eh mehr Freude über das Wiedersehen zum Ausdruck, als in allen Worten.